Abgrundsituationen

Was ich an Hundebesitzern immer wieder bemerkenswert finde sind diese spontanten Abgründe in der Persönlichkeit die sich durch den Umgang mit dem Hund im Alltag plötzlich auftun.
Es gibt sogar eine ganze Reihe von Abgrundsituationen. Häufig werden Hunde ja von dem Augenschein nach gut im Leben stehenden eher konventionellen C&A Typen und Omis geführt. Motto „Aussendarstellung ist nicht so wichtig aber negativ auffallen muss man ja auch nicht“.
Aber leider lassen die kleinen Scheisser doch gerne mal bei Frauchen den Nazi rauskommen.

Komme heute z.B. nach Hause in mein Pankower Domizil das vor dem Haus einen Grünstreifen hat der sehr sehr gerne von allen als Kackstreifen genutzt wird (dazu ein andermal). Da kommt mir sone Oma mit zwei perfekt gestriegelten Design-Hunden wie aus 101 Dalmatiner entgegen. Alles soweit im Lot aber plötzlich wagt es einer der Köter nicht Ihren Anweisungen zu folgen und fängt an an unserem Zaun irgendwas zu erschnuppern. Nicht nur dass er Ihrem Weg nicht gefolgt wäre, nein er begeht auch noch einen Kardinalsfehler denn man schnuppert nicht an fremden Zäunen! Also schnauzt die Alte den Hund in einem Ton zusammen dass selbst mir aus 10m Entfernung noch der Schreck in die Glieder fährt. Möchte nicht wissen was die zuhause ohne Beobachtung gemacht hätte – wahrscheinlich irgendwas mit Stromschlag oder Zunge rausschneiden vermute ich…
Ein weiterer Abgrund sind schlicht die Namen. Allein durch Nennung (im scharfen Ton versteht sich oder manchmal verliebt säuselnd) begibt sich die gutsituierte Hundehalterin häufig schon ins soziale Abseits mit debilem Schaum vorm Mund. Das gefällt mir weil es Klarheit bringt. Deshalb mag ich es auch wenn Leute in Bewerbungen schreiben in welchem Panzergeschwader sie gedient haben – hat einen ähnlichen Effekt.
Ein dritter möglicher Abgrund entsteht durch diese Hundescheisse-Tüten die der korrekte Hundebesitzer jetzt immer dabei hat. Wer schonmal einen Haufen damit aufgelesen hat weiss dass die Demütigung nur minimal kleiner ist als würde man es ganz ohne Tüte machen. Aber diese Selbstverstümmelung meine ich gar nicht. Häufig haben die Hundebesitzer(innen) beim Auflesen nämlich so einen grundleidenden Gesichtsausdruck der so ungefähr sagt „warum findet Ihr die Kacke von meinem Schatzilein so schlimm hier dass ich sie wegräumen muss. Habt Ihr denn gar keine Tierliebe im Herz?“.

Also im grossen und ganzen – der Hund ist und bleibt der beste Freund des Menschen.

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