123 Blogstöckchen: Robert Walser

Habe grade den Blogstöckchen-Literatur Beitrag bei morgenlandfahrt gelesen. Hat mich wirklich angerührt, aus zwei Gründen. Zum einen ist Uwe Johnson wirklich einer der wenigen Autoren der so eine Art Tiefenwirkung bei mir ausgelöst hat. Gut, es gibt ein paar solcher Autoren, aber es ist nicht so häufig. Die Tiefenwirkung kann man schlecht erklären, verursacht aber das Gefühl als wäre das was er schreibt Teil meines eigenen Lebens – bzw. vor allem meiner Erinnerung. Und zwar nicht der mechanische Erinnerungsteil sondern der emotionale mit Liebe, Sehnsucht, Tiefe, aufgegebenen Gründen usw.Ich möchte mich gerne also dergestalt beworfen fühlen und hab selbst ein Buch aus dem Regal genommen. Von einem anderen Lieblingsautor dem das auch gelingt, allerdings auf eine viel beängstigendere Weise. Zitiere also aus Robert Walser, Geschwister Tanner:

 „Ich sah wieder das hohe Haus, wo die Eltern ein reizendes Galanteriewarengeschäft hatten, wo viele Menschen zu uns hineinkamen, um zu kaufen, wo wir Kinder eine helle, große Kinderstube besaßen, in welche die Sonne mit einer Art Vorliebe hineinzuscheinen schien.“

Dabei fällt mir zum ersten Mal ein fast klinsmannartiger Gebrauch der deutschen Sprache auf, hmm…Habe mir übrigens vorgenommen bald mal dem schweizerischen Ort einen Besuch abzustatten wo Walser lange Jahre gelebt und zuletzt auf so glamouröse und zugleich unheimliche Weise gestorben ist.So, wem sollte das Stöckchen denn jetzt zugeworfen werden? etorsten, wie wäre es mit Dir? Oder servrrockr? Und einen Lese-Beitrag von Mr. Web2.0 fände ich auch sehr vorablesenswert…

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4 Antworten zu “123 Blogstöckchen: Robert Walser

  1. Ich bin ja sehr begeistert davon, dass Du gerade über Robert Walser schreibst und er somit Erwähnung findet. Ich finde, dass Walser öffentlich viel zu wenig Beachtung erfährt. Ich liebe ihn sehr und will mich auf diesem Weg herzlich für Deinen Stöckchen-Beitrag bedanken. Hach ja, diese Stöckchen mögen für manchen Zeitgenossen uncool sein. Dennoch sind sie ein sehr tolles Vehikel, um Ungewöhnliches zu entdecken. Mich erfreuen jedenfalls gerade Blogbeiträge über literarische Themen ganz besonders. Sie sind für mich ein sehr willkommenes Gegengewicht zu den Themen Netz, Technik und Web 2.0.

    Ich wünsche Dir alles Gute und viel Glück nach Berlin, bin aber auch sicher, dass wir uns ab und an via Twitter oder anderswo begegnen werden .. vielleicht und hoffentlich schaffen wir ja sogar mal ein Kennenlernen in die Wirklichkeit :-).

  2. Wenn du mich hier schon offen ansprichst, muss ich ja auch reagieren 🙂
    Habe gesehen, dass es sogar einen „Stöckchenalarm“ gibt:
    http://www.internetszene.de/forum/index.php?act=ST&t=3260&f=6

    Was sagst du dazu?

  3. Immer diese intellektuellen Meta-Reaktionen…ts ts ts
    Korrektes Stöckchen-Verhalten ist: Stöckchen annehmen und Antwort im Blog veröffentlichen. Stöckchen weiterreichen.

  4. Ick bin doch keen Hund.
    Nein, im Ernst:
    Leider hat keines meiner Bücher mehr als 100 geschweige denn 123 Seiten.
    Rock on!

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