Monatsarchiv: November 2007

Beweis: FAZ ist links

Ich weiss nicht wie es Euch geht, aber ich bin jahrelang im sicheren Wissen grossgeworden, dass die FAZ ein rechtes Scheissblatt ist. Schon allein diese altdeutsche Frakturschrift und das ganze superkonservative Auftreten und so. Aber auch generell war einfach klar: wer die FAZ liest gehört zum anderen Lager.

Jahrelang taz abonniert usw., dann auch mal Berliner Zeitung und andere Experimente (nein, FR konnte ich noch verhindern) und am Ende bin ich gelandet bei der: FAZ

Ich glaube es stimmt sogar dass man mit den Jahren häufig ein bisschen konservativer wird usw. – wobei sich das bei mir (hoffentlich) einigermassen in Grenzen hält. Die Sprüch die ich bei meiner Tochter manchmal bringe sind schon finsterstes Mittelalter des Konservativismus, aber das hat eher mit Ihrer Scheiss-Pubertät zu tun, na ja.

Jedenfalls zur FAZ ist zu sagen: die ist nicht rechts, im Prinzip noch nicht mal konservativ wenn man sie mal ernsthaft liest, ehrlich. Heute (29.11.) ist wieder ein schönes Beispiel:

– Artikel über the national im Feuilleton auf S. 38 sonic youth artiger Erwachsenen-Pop

– „Die eigenartige Karriere des umtriebigen Dr. Boll“ über den Produzenten Boll der sich schon mehrfach mit Kritikern im Boxring getroffen (und stets gesiegt hat). „Und seine Filme atmen immer einen Hauch von William Blake – schwarz und pessimistisch, voller Leidenschaft. Einem Schlingensief nicht ferner als einem Eichinger – in seinem Inneren ein Anarchist.“

– das Feuilleton wird heute eröffnet mit dem Artikel „Muhabbet weiß, was er sagt“, geschrieben von Esther Schapira, der Regisseurin des Films „Der Tag als Theo van Gogh ermordet wurde“ in dem sie gegen die Steinmeiersche appeasment Politik gegenüber islamistischen Bestrebungen anschreibt

– ein weiterer Teil der Serie „FAZ bashed die GEZ“ mit einem Interview einer ehemaligen GEZ-Mitarbeiterin die die Arbeitsmethoden der GEZ darlegt

– das krasseste heute war allerdings: auf Seite 10 (also im ersten Teil!) ein ganzseitiger Artikel über die Vorteile des „Erziehungsgehalts für alle“, verfasst von Christa Müller, der familienpolitischen Sprecherin der Linken und Frau von Oskar Lafontaine

Das soll eine rechtskonservative Zeitung sein??

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Induktion rules

Also für alle die mal einen neuen Herd kaufen wollen/müssen: Schafft Euch unbedingt etwas mit Induktion an! Mir ist es eigentlich unbegreiflich warum das noch nicht viel stärker verbreitet ist, denn es ist wirklich eine grossartige Innovation. Normalerweise ist man ja so runtergekühlt mit seinen Erwartungen wegen der ganzen hohlen Versprechungen revolutionäre Neuerung hier und da dass man einen echten Mehrwert gar nicht mehr erwartet.

So ging es mir auch erstmal als der Verkäufer mich von meinem Gasherd-Traum abbringen wollte mit dem Hinweis auf Induktion. Auch die „Demonstration“ vor Ort hat mich kurz ein bisschen beeindruckt (Topf mit Wasser zum Kochen gebracht), habe es aber irgendwie für fake gehalten.

Dann dennoch gekauft, und ich muss sagen: nie wieder ohne!

Insbs. Bosch hat wohl noch eine Zusatz-Sache entwickelt, einen „Power-Knopf“. Wenn man den betätigt surrt es kurz ein bisschen bedenklich und das Wasser (oder was auch immer) kocht wirklich sensationell schnell – deutlich schneller als mit Gas! Das ist so faszinierend, dass wir es häufig ein Thema ist wenn wir Besuch haben (ja, weiss schon, wir sind eine coole Familie ;-)) und wir kurze Vorführungen machen müssen.

Ist aber wirklich beim Kochen ein Riesen-Vorteil, aus drei Gründen:

1. die Regulierbarkeit ist viel besser, d.h. wenn man abdreht geht die Hitze auch _sofort_ runter, ähnlich wie bei Gas

2. die Platte wird kaum heiss (Induktion=die Energie wird direkt in den Topf-Boden induziert). Wenn man also mal was überkocht (Milch z.b.) ist es nicht schlimm, man kanns einfach wegwischen

3. man hat mehr Power zur Verfügung, z.B. beim Anbraten. Ähnlich wie mit Gas.

Dass die Platte nicht heiss wird ist übrigens auch ein grosser Vorteil wenn man Kinder hat oder schonmal die „hab ich den Herd ausgemacht“ Neurose pflegt. Wenn kein Topf draufsteht passiert nämlich rein gar nichts, ist also egal ob er dann an oder aus ist.

Kleiner Nachteil: Ist alles elektronisch und habe es z.B. zum ersten Mal erlebt dass mein Herd sich „aufgehängt“ hat, d.h. er musste rebooted werden (Sicherung raus). Stand wirklich so in der Anleitung. Läuft wahrscheinlich unter Windows…

Nein Sony, das stimmt nicht

„Sagen Sie uns, wie zufrieden Sie mit Ihrem VAIO sind.Sony arbeitet unablässig daran, seine Produkte und Dienstleistungen weiter zu verbessern.
Ihre Meinung spielt hierbei eine sehr wichtige Rolle. „

Warum ich Utopia.de hasse

Weil Claudia Langer eine fürchterliche Stimme hat (ja, es gibt auch noch Radio) und im Interview in jedem zweiten Satz betont wie sehr sie sich freut über das was sie da jetzt macht. Das kann nur furchtbar sein.

The feelings that you left

Heute durch Zufall (what a shame) entdeckt, dass ich American V, das letzte Cash Album aus der Reihe das nach seinem Tod veröffentlicht wurde noch nicht gehört hatte. War einfach auf meinem neuen Ipod (ist jetzt zu kompliziert warum). Was für eine Musik. Die ganzen Alben die er hastig noch nach dem Tod von June aufgenommen hat sind etwas unglaubliches, da rührt Dich ein Finger aus dem Jenseits an. Auch wenn man das Video gesehen hat dass es dazu gibt (http://www.youtube.com/watch?v=SmVAWKfJ4Go) schaudert es einen. Einen der schönsten Songs – „if you could read my mind“ – gibts auch bei Youtube (http://www.youtube.com/watch?v=bTq1iU3JLGI).

„I just can’t get it back“

Ich kann nur jedem die Cash-Biografie von Dobler empfehlen. Erst seit der Lektüre ist mir klar wie die Dinge zusammenhängen. Also warum ich plötzlich die selbe Musik höre wie meine Ex-Schwiegermutter meine ich. Und warum das von Rick Rubin produziert wurde.

Man wünscht sich in solchen Fällen so sehr dass die beiden jetzt irgendwo sitzen und zusammen…na ja, musizieren eben. Oder was auch immer.

Reit-Simulator „Joba“ in der FAZ

Dafür liebe ich die FAZ: Heute in Technik und Motor wird (mit Bild) ein Reitsimulator von Panasonic besprochen. Ist in der Online-FAZ gar nicht zu finden, schade eigentlich. Jetzt denken natürlich viele: klar, so ne Art Produkt-Kalkofe hat ja jede Zeitung wo skurille Produkte durch den Kakao gezogen werden. Nein, nein – weit gefehlt. Das Ding wird wirklich besprochen, der Autor hat es zum Ausprobieren sogar nach Hause bestellt. Es wird ausfürhlich beschrieben mit wievielen Motoren die typischen Bewegungen des Pferdes nachgeahmt werden.

Der angenehm ruhige Trainingsverlauf prädestiniert den Joba für den täglichen Einsatz, auch nebenbei etwa beim Fernsehen.“

Ist das bitte eine geile Vorstellung! Auf dem Joba sitzend mit mehreren Elektromotoren unter dem Arsch ins Fernsehprogramm reinreiten. FAZ ihr seid grossartig!

Aber im Ernst: DAS ist serendipity!